| Theoretisch Unwissenschaftlich |
| Freitag, den 20. August 2010 um 07:45 Uhr |
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Wissenschaft ist das Sammeln von Wissen durch Forschen, die Weitergabe des Wissen und das Wissen selbst. Doch es ist keine reine Ansammlung von Beobachtungen, sondern auch von Erklärungen und Gesetzmäßigkeiten. Dazu ist eine wissenschaftliche Haltung nicht die, welche den Beweis diese Gesetze sucht, sondern eine, die eine kritische Überprüfung sucht. Wenn man auf Beweise aus ist, hat man mit den Gesetzmäßigkeiten ein Problem. Eine Gesetzmäßigkeit muss immer gelten, doch unsere Beobachtungen sind niemals genug, um zu sagen, dass es immer gilt. Es ist und wird eine unvollständige Induktion bleiben. Es ist nicht logisch durch das Aufzählen von Beispielen auf ein Gesetz zu schließen. Ebenso wenig wie man durch Aufzählen von Primzahlen beweisen kann, dass es unendlich viele Primzahlen gibt. Um das Problem zu lösen, wurde von Sir Karl Popper der Falsifikationismus vorgeschlagen. Es löst das Induktionsproblem und das Abgrenzungsproblem. Der Falsifikationismus besagt, dass eine Induktion nicht möglich ist. Und dass eine Theorie nur dann wissenschaftlich ist, wenn sie widerlegt werden kann. Eine Theorie muss man widerlegen können, wenn man es nicht kann, ist es nicht wissenschaftlich.
Man kann sich also niemals absolute Sicherheit verschaffen, dass eine Theorie nicht hinfällig ist. Nach Popper hat das Spiel der Wissenschaft kein Ende, wer beschließt die wissenschaftlichen Sätze nicht weiter zu überprüfen, sondern sie etwa als endgültig verifiziert zu betrachten, der tritt aus dem Spiel aus.
Ein wichtige Anmerkung ist, dass diese Methodik heute die Grundlage der Wissenschaften ist. Sie ist von nahezu allen Wissenschaftlern akzeptiert, und wird auch angewendet. Und so ist der Falsifikationismus _die_ Methodik in der Wissenschaft, und Theorien, die sich nicht falsifizieren lassen, sind unwissenschaftlich. Und so ist erschreckend und traurig was von Seiten der Populärwissenschaften kommt:
Das sind nur wenige Beispiele, doch es ist das, was man vorgelegt bekommt, wenn etwas zur Evolutionstheorie gesagt wird: "Es ist keine Hypothese! Es ist die Wahrheit.". Natürlich wird es nicht von allen Wissenschaftlern so gesehen, aber in den Populärwissenschaftlichen-Medien bekommt man das nicht mit. Was bringt es den Menschen eine Theorie nahe zu bringen, wenn man sie von der Wissenschaft wegbringt? Welchen Vorteil hat die Evolutionstheorie dann noch, wenn sie nicht mehr wissenschaftlich ist? Und sie wird gerade dann unwissenschaftlich, wenn man sagt, dass sie wahr oder Tatsache ist. Und Richard Dawkins und Ulrich Kutschera disqualifizieren sich als Wissenschaftler( oder als Rationalisten ), sie sind raus aus dem Spiel.
Egal wie oft die Theorie bestätigt wurde, sie ist niemals wahr, sie ist nur eine Annäherung an die Wahrheit. Ein historisches Beispiel ist die newtonsche Dynamik, sie hatte sich unzählige Male bestätigt, doch die Relativitätstheorie von Einstein hat all dies zunichte gemacht. Die newtonsche Dynamik erwies sich als ein Grenzfall der Relativitätstheorie, aber allgemein als widerlegt. Es gibt Vermutungen darüber warum sich viele Wissenschaftler gegen Kritik an der Evolutionstheorie mit großem Eifer wehren. Erstens, weil es die erste und einzige nicht-theistische Theorie ist die die Artenvielfalt erklären will, dass, was man sieht, wenn man nach draußen schaut. Zweitens, gerade weil es den Schöpfungsglauben angreift, und viel von überzeugten Gläubigen im Gegenzug angegriffen wird, und weil deren Argumente sehr oft sehr schwach waren und noch sind. So entwickelte sich ein Beissreflex, gegen all die oft gleichen Argumente, und man versuchte sich zu schützen, indem man überhaupt keine Kritik zu lässt und es zu einem Fakt macht. DOCH: Egal wie viel dieser Schutz gebracht hatte, er ist unwissenschaftlich. =-=-=-=-= |
