Horst Köhler
Montag, den 31. Mai 2010 um 12:01 Uhr

Wer hätte das gedacht, Horst Köhler tritt von seinem Amt als Bundespräsident zurück. Und zwar aufgrund eines Interviews beim Deutschlandfunk.

Meine Einschätzung ist aber dass wir insgesamt auf dem Wege sind doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen dass ein Land unserer Größe, mit dieser Aussenhandelsorientierung und damit auch Aussenhandelsabhänigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist um unsere Interessen zu wahren. Zum Beispiel: Freie Handelswege. Zum Beispiel: ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen, negativ, durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen.

Das Interessante aber an der ganzen Sache ist, dass der Deutschlandfunk das Interview zwar machte, auf der Hauptseite aber nur eine Zusammenfassung bereitstellte, das Original aber nur irgendwo tief im Archiv. Die etablierten Medien griffen diese Sache zuerst gar nicht auf, aber im Internet muss man nicht bei einer Zeitung arbeiten, um auf dies aufmerksam zu machen, so machte dies seit Samstag den 22. in Blogs die Runde. Die Tageschau fing es erst am Freitag den 28. auf, die Süddeutsche hatte das Interview schon am 23. entdeckt, doch sie sahen nicht den Konflikt mit dem Grundgesetz, sondern mehr dass Horst Köhler den Bundeswehrsoldaten den Siegeswillen in Zweifel zog.

Seine Absicht war, mit einem Zwischenstopp in Afghanistan den Soldaten im Camp Marmal den Rücken zu stärken - und in Deutschland mehr Respekt für den Einsatz einzufordern. Seine Wirkung war: Enttäuschung. Süddeutsche

Aber die Süddeutsche hatte da Recht, es war wirklich enttäuschend, dass der Bundespräsident von Deutschland wirtschaftliche Interessen mit Krieg wahren will.

Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befürwortete Einsätze der Bundeswehr die vom Grundgesetz nicht gedeckt wären. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen. Erklärung von Bundespräsident Horst Köhler

Wenn er doch zurück tritt, hatte ich gedacht, würde er zugestehen, dass seine Position gegen das Grundgesetz war. Aber nichts davon zu sehen! Meiner Meinung nach, ist der Rücktritt richtig, auch wenn er aus anderen Gründen von seiner Seite stattfand.

Zwar hat er tatsächlich Militäreinsätze zur Sicherung Deutschlands Interessen nicht befürwortet, aber sie unter Umständen für notwendig erklärt, und dies ist für jemanden durch seinen Amtseid dem Grundgesetz verpflichtet ist, nicht verzeihlich.

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