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Wissenschaft ist das Sammeln von Wissen durch Forschen, die Weitergabe des Wissen und das Wissen selbst. Doch es ist keine reine Ansammlung von Beobachtungen, sondern auch von Erklärungen und Gesetzmäßigkeiten. Dazu ist eine wissenschaftliche Haltung nicht die, welche den Beweis diese Gesetze sucht, sondern eine, die eine kritische Überprüfung sucht. Wenn man auf Beweise aus ist, hat man mit den Gesetzmäßigkeiten ein Problem. Eine Gesetzmäßigkeit muss immer gelten, doch unsere Beobachtungen sind niemals genug, um zu sagen, dass es immer gilt. Es ist und wird eine unvollständige Induktion bleiben. Es ist nicht logisch durch das Aufzählen von Beispielen auf ein Gesetz zu schließen. Ebenso wenig wie man durch Aufzählen von Primzahlen beweisen kann, dass es unendlich viele Primzahlen gibt. Um das Problem zu lösen, wurde von Sir Karl Popper der Falsifikationismus vorgeschlagen. Es löst das Induktionsproblem und das Abgrenzungsproblem. Der Falsifikationismus besagt, dass eine Induktion nicht möglich ist. Und dass eine Theorie nur dann wissenschaftlich ist, wenn sie widerlegt werden kann. Eine Theorie muss man widerlegen können, wenn man es nicht kann, ist es nicht wissenschaftlich. "Ein empirisch-wissenschaftliches System muss an der Erfahrung scheitern können." Karl Popper in Logik der Forschung, S.17
Man kann sich also niemals absolute Sicherheit verschaffen, dass eine Theorie nicht hinfällig ist. Nach Popper hat das Spiel der Wissenschaft kein Ende, wer beschließt die wissenschaftlichen Sätze nicht weiter zu überprüfen, sondern sie etwa als endgültig verifiziert zu betrachten, der tritt aus dem Spiel aus. "Jedes Mal, wenn wir dazu fortschreiten, irgendein vermutetes Gesetz oder eine Theorie durch eine neue vermutete Theorie von höherem Grad der Universalität zu erklären, entdecken wir Neues über die Welt, indem wir versuchen, tiefer in ihre Geheimnisse einzudringen. Und jedes Mal, wenn es uns gelingt, eine Theorie dieser Art zu falsifizieren, machen wir eine neue wichtige Entdeckung, Denn diese Falsifizierungen sind höchst wichtig. Sie lehren uns das Unerwartete; und sie lehren uns, dass unsere Theorien, obwohl sie von uns selbst aufgestellt wurden, obwohl sie unsere eigne Erfindung sind, dennoch echte Aussagen über die Welt sind; denn sie können mit etwas zusammenstoßen; sie können an etwas scheitern, das wir nicht selbst erfunden haben." Karl R. Popper
Ein wichtige Anmerkung ist, dass diese Methodik heute die Grundlage der Wissenschaften ist. Sie ist von nahezu allen Wissenschaftlern akzeptiert, und wird auch angewendet. Und so ist der Falsifikationismus _die_ Methodik in der Wissenschaft, und Theorien, die sich nicht falsifizieren lassen, sind unwissenschaftlich. Und so ist erschreckend und traurig was von Seiten der Populärwissenschaften kommt: "Evolution ist eine dokumentierte Tatsache, so sicher wie zum Beispiel, dass die Erde keine Scheibe ist." - Prof. Dr. Ulrich Kutschera, in der ZDF-Sendung Frontal 21, 15. November 2005 im Beitrag "Missionieren gegen Darwin - Kreationisten verbreiten in Deutschland Zweifel an der Evolutionstheorie"
"Tausende von Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass die Evolution ein realhistorischer Prozess ist. Kein vernünftiger Mensch, der die internationale Fachliteratur kennt, würde das bezweifeln." - Ulrich Kutschera, Katholisches Sonntagsblatt 19, 7. Mai 2006, S. 8
"Die Evolution sollte nichts als eine Theorie, ein System, eine Hypothese sein? Keineswegs! Sie ist viel mehr! Sie ist die allgemeine Bedingung, der künftig alle Theorien, alle Hypothesen, alle Systeme entsprechen und gerecht werden müssen, sofern sie denkbar und richtig sein wollen. Ein Licht, das alle Tatsachen erleuchtet, eine Kurve, der alle Linien folgen müssen: das ist Evolution!" Pierre Teilhard de Chardin aus: "Der Mensch im Kosmos", MK p.209, hier zitiert nach Adolf Haas: Teilhard de Chardin-Lexikon - Grundbegriffe, Erläuterungen, Texte, Band 1, A-H, p. 293, Freiburg im Breisgau 1971 (Herder Verlag, Herderbücherei Band 407), ohne ISBN
"Evolution is true- and the truth can only make us free" Gould (Science 284. S. 2087, 1999)
"One thing all real scientists agree upon is the fact of evolution itself. It is a fact that we are cousins of gorillas, kangaroos, starfish, and bacteria. Evolution is as much a fact as the heat of the sun. It is not a theory, and for pity's sake, let's stop confusing the philosophically naive by calling it so. Evolution is a fact." Richard Dawkins in naturalhistorymag.com
Das sind nur wenige Beispiele, doch es ist das, was man vorgelegt bekommt, wenn etwas zur Evolutionstheorie gesagt wird: "Es ist keine Hypothese! Es ist die Wahrheit.". Natürlich wird es nicht von allen Wissenschaftlern so gesehen, aber in den Populärwissenschaftlichen-Medien bekommt man das nicht mit. Was bringt es den Menschen eine Theorie nahe zu bringen, wenn man sie von der Wissenschaft wegbringt? Welchen Vorteil hat die Evolutionstheorie dann noch, wenn sie nicht mehr wissenschaftlich ist? Und sie wird gerade dann unwissenschaftlich, wenn man sagt, dass sie wahr oder Tatsache ist. Und Richard Dawkins und Ulrich Kutschera disqualifizieren sich als Wissenschaftler( oder als Rationalisten ), sie sind raus aus dem Spiel. "So kam ich, gegen Ende des Jahres 1919, zu dem Schluss, dass die wissenschaftliche Haltung die kritische war; eine Haltung, die nicht auf "Verifikationen" ausging, sondern kritische Überprüfungen suchte: Überprüfungen, die die Theorie widerlegen konnten; die sie falsifizieren konnten, aber nicht verifizieren. Denn sie konnten die Theorie nie als wahr erweisen." Karl R. Popper Ausgangspunkte S. 48
Egal wie oft die Theorie bestätigt wurde, sie ist niemals wahr, sie ist nur eine Annäherung an die Wahrheit. Ein historisches Beispiel ist die newtonsche Dynamik, sie hatte sich unzählige Male bestätigt, doch die Relativitätstheorie von Einstein hat all dies zunichte gemacht. Die newtonsche Dynamik erwies sich als ein Grenzfall der Relativitätstheorie, aber allgemein als widerlegt. Es gibt Vermutungen darüber warum sich viele Wissenschaftler gegen Kritik an der Evolutionstheorie mit großem Eifer wehren. Erstens, weil es die erste und einzige nicht-theistische Theorie ist die die Artenvielfalt erklären will, dass, was man sieht, wenn man nach draußen schaut. Zweitens, gerade weil es den Schöpfungsglauben angreift, und viel von überzeugten Gläubigen im Gegenzug angegriffen wird, und weil deren Argumente sehr oft sehr schwach waren und noch sind. So entwickelte sich ein Beissreflex, gegen all die oft gleichen Argumente, und man versuchte sich zu schützen, indem man überhaupt keine Kritik zu lässt und es zu einem Fakt macht. DOCH: Egal wie viel dieser Schutz gebracht hatte, er ist unwissenschaftlich. =-=-=-=-= Powered by Blogilo
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